Vogel / Greifvogel gefunden, was nun?

Haben Sie ein verletzten Greifvogel oder eine junge Eule gefunden und wissen nicht was tun?

 

Nähern Sie sich dem Tier langsam und ruhig. Verletzte Tiere stellen sich oft tot oder sind an sich schon sehr geschwächt, so dass Sie in der Regel vor einem Abwehr-/ Angriffsverhalten sicher sind. Wenn das Tier sich nicht fortfliegt können Sie davon ausgehen, dass das Tier wirklich verletzt ist.

 

In diesem Fall ist es am besten, wenn Sie das Tier mit einer Jacke (Achtung kann verschmutz werden!) einem alten Handtuch oder einer Decke bedecken und es von hinten greifen, die Flügel an den Körper drücken -und wichtig bei Greifvögeln- immer die Beine mit den Greifen von sich weg halten.

 

!!! Achtung: Verletzungsgefahr durch Greifen ("Krallen") und Schnabel !!!

ABER, wenn Sie das Tier wie oben beschrieben halten, kann Ihnen eigentlich nichts passieren.

Mäusebussard mit einer Decke gefangen
Mäusebussard mit einer Decke gefangen

Wenn das Tier nichts sehen kann ist es meist ganz ruhig. Wichtig nur, dass man trotz allem die Greifen wie auf dem Bild dargestellt von sich weg hält und die Flügel an den Vogelkörper drückt.

Mäusebussard im Karton
Mäusebussard im Karton

Die Tiere sind gut in Kartons zu transportieren, da diese dunkel sind und die Vögel so etwas beruhigt werden. Am besten den Karton mit  Luftschlitzen versehen und mit Klebeband verschließen.

Wenn Sie junge Greifvogel- oder Eulenkücken gefunden haben, schauen Sie sich am besten erstmal  das Kücken und die Gegend genau an:

 

- Hat das Kücken schon Flaum oder gar erste richtige Federn?

- Sieht das Kücken krank oder sehr geschwächt aus?

- Sehen Sie Nester oder Baumhöhlen?

- Sehen Sie die Eltern oder Geschwister?

- Gibt es Gefahrenstellen? (Katzen, Autos etc.)

 

Es ist, im Gegensatz zu früheren Meinungen, nicht schlimm ein Vogelkücken anzufassen und es ins Nest zurückzulegen, da Vögel keinen guten Geruchssinn haben und die Eltern somit nicht unbedingt deshalb bemerken, dass das Kücken von einem Menschen angefasst wurde.

 

Grundsätzlich ist es natürlich besser, wenn die Eltern ihre Jungen großziehen können, daher sollten man immer überlegen, ob es denn wirklich nötig ist, das Kücken zu uns zu bringen.

 

 

Waldkauzkücken ca. 3 Wochen alt
Waldkauzkücken ca. 3 Wochen alt

Dieses Tier ist definitiv noch von seinen Eltern abhängig, kann aber schon außerhalb des Nestes gefunden werden. Hier wenn möglich das Tier ins Nest zurück oder auf einen höher gelegenen Ast setzen und beobachten, ob die Elterntiere zur Fütterung des Kückens kommen. Das ist bei Eulen etwas schwierig, da sie nachts aktiv sind. 

Waldkauz ca. 6 Wochen alt
Waldkauz ca. 6 Wochen alt

Dieses Tier ist schon in der sogenannten Ästlingsphase -wie der Name schon sagt, eine Phase, in der die Tiere schon auf Ästen rumturnen, klettern und erste Flugversuche machen- Die Tiere sind schon fast flügge, werden aber noch von den Eltern gefüttert. Wenn das Tier nicht krank ist besteht hier normalerweise kein Handlungsbedarf und man sollte das Tier in seiner natürlichen Umgebung lassen. Wenn es die Möglichkeit gibt, kann man das Geschehen beobachten. Auch Eulenfütterungen sind sehr interessant zu beobachten!

Turmfalkenkücken, wenige Tage alt
Turmfalkenkücken, wenige Tage alt

Dieser kleine Turmfalke ist erst ein paar Tage alt, sitzt normal noch im Nest und muss noch von den Eltern gefüttert werden. Wenn Sie kleine Kücken wie dieses nicht ins Nest zurücksetzen können oder es beispielsweise in Straßennähe gefunden haben, kann es durchaus sinnvoll sein, das Tier zu uns zu bringen.

Wenn Sie nun eine Eule oder einen Greifvogel (verletzt oder jung) gefangen und im Karton haben, sind wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie das Tier bei uns vorbeibringen. Da wir von Spenden- und Fördergeldern abhängen, ist es uns nur schwer möglich, die Tiere selbst zu holen und tun das nur in Ausnahmefällen.

 

Und wenn Sie selbst in der Nähe von Bad Dürkheim wohnen können Sie verletzte Tiere auch direkt zu unserem Tierarzt bringen:

 

Dr. Schneegans

Weinstraße Süd 49
67098 Bad Dürkheim
Tel.: 06322 / 5329  

 

Bevor Sie Tiere zu uns bringen oder Fragen haben, dann rufen Sie uns bitte an:

 

Greifvogelstation Tel.: 01712858257

 

Ansprechpartnerin: Melanie Mangold

 

Wir erklären Ihnen dann gerne, was zu tun ist und wie Sie uns finden können.